Personalabbau in Unternehmen

Dieser Beitrag gibt einen umfassenden Überblick über mögliche Formen des Personalabbaus. Hierzu werden sowohl der gesellschaftliche Wandel der letzten Jahre (bspw. Entlassungswelle in den 80er Jahren) als auch Maßnahmen zur Vermeidung von Entlassungen aufgezeigt.

04.11.2003
Kirsten Heß
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Personalfreistellung und Outplacement

1. Wer?, Wann?, Wo?

Autoren: Dr. Norbert Bach: Habilitant am Lehrstuhl für Organisation und Unternehmungsfürhung in Gießen. Kirsten Heß: Personalleiterin der HERAEUS TENEVO AG. Bach/Heß haben diese Präsentation im Rahmen der Personalvorlesung im Sommersemester 2003 vorgetragen.

2. Woher?, Wohin?, Warum?

Dieser Beitrag gibt einen umfassenden Überblick über mögliche Formen des Personalabbaus. Hierzu werden sowohl der gesellschaftliche Wandel der letzten Jahre (bspw. Entlassungswelle in den 80er Jahren) als auch Maßnahmen zur Vermeidung von Entlassungen aufgezeigt. Des Weiteren werden Wege zum "sanften" Personalabbau sowie der Ablauf des klassischen Personalabbaus dargestellt. Anschließend geht die Autorin auf den Interessenausgleich, den Sozialplan und den Transfersozialplan als eine Sonderform des Sozialplans ein. Ratschläge zur praktischen Umsetzung der Kündigung schließen den Beitrag ab.

3. Was?, Wie?, Welche Ergebnisse?

Im Vorfeld des Personalabbaus erläutert Heß die Entwicklung hin zu einer "menschlicheren" Gestaltung des Personalabbaus. Hierzu gehören auch Maßnahmen wie bspw. reduzierte Arbeitszeiten, Kurzarbeit oder Altersteilzeit/Vorruhestand, die zur Vermeidung von Entlassungen führen sollen. Um den Weg des Abbaus möglichst "sanft" zu gestalten werden u.a. der Aufbau eines Stellenmarktes via Intranet und die Unterstützung bei Existenzgründungen genannt. Dennoch erreichen diese Maßnahmen i.d.R. nur einen kleinen Teil der Belegschaft. Im Anschluss an diese Einführungen zeigt Heß den Ablauf des klassischen Personalabbaus auf. Dieser beginnt bei der unternehmerischen Entscheidung, Unterrichtung des Wirtschaftsausschusses und des Betriebsrates sowie der Belegschaft, die in Verhandlungen münden. Ziel ist es in den Verhandlungen einen Interessenausgleich zu erreichen und einen Sozialplan/Transfersozialplan aufzustellen. Anschließend werden Gespräche mit den Mitarbeitern geführt, die zu einer eventuellen Neubewertung ihrer Sozialdaten führen könnten. Der Prozess endet schließlich mit der Übergabe der Kündigung/Aufhebungsvertrages und dem Austritt des Mitarbeiters aus dem Unternehmen. Im Speziellen werden der Interessensausgleich, der Sozialplan und das Abbaugespräch ausführlich dargestellt. Die klassischen Sozialpläne regeln i.d.R. primär die Höhe der Abfindung, Wege neuer Beschäftigungsmöglichkeiten werden jedoch nicht aufgezeigt. Aus diesem Grund gibt es sog. "Transfersozialpläne", die Mitarbeiter im Rahmen der Kündigungsfrist qualifizieren und eventuell vermitteln. In der Praxis trifft man häufig einen Mix aus klassischen Sozialplänen und Transfersozialplänen.

4. Für wen?, Unter welchen Bedingungen?

Der Vortrag von Frau Heß richtet sich in erster Linie an Praktiker, die sich vor die Notwendigkeit des Personalabbaus gestellt sehen und praktische Ausgestaltungshinweise insbesondere zum Transfersozialplan (bisher in der Praxis noch nicht sehr verbreitet) suchen. Studierende sind angesprochen um die Tragweite des Themas zu begreifen.

5. Wie einzuschätzen?

In "schlechten" Zeiten werden schnell viele – auch hochqualifizierte – Mitarbeiter entlassen. Was passiert allerdings, wenn es der Wirtschaft wieder besser geht? Mitarbeiter, die durch ihre Entlassung negative Erfahrungen gemacht werden, sind für das Unternehmen für immer verloren, deshalb müssen viele Unternehmen umdenken, um sich ihr zukünftiges Humankapital nicht zu verkraulen. Die Langfassung umfasst eine Powerpoint-Präsentation mit 38 Folien.

Personalabbau 12-06-03.pdf

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