Lernen von Leitfiguren - Vorbilder im Business

Brauchen Führungskräfte Vorbilder? Auf jeden Fall, sagen Psychologen und andere Experten. Ihre Argumente: Vorbilder fördern Fähigkeiten, zeigen Alternativen auf und machen Ziele klarer. Außerdem bereiten sie darauf vor. selbst ein Vorbild zu sein.

04.03.2011
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Management, Managementtrends, Management- und Führungskompetenzen, Selbstmanagement

1. Wer?, Wann?, Wo?

erschienen in managerSeminare. Das Weiterbildungsmagazin, Heft 156, März 2011, S. 38-44 

Autor: Andree Martens

 

2. Woher?, Wohin?, Warum?

Vorbilder sind in der Wirtschaftswelt wieder gefragt. Führungskräfte gestehen sich wieder Leitfiguren zu und betrachten sie als Hilfestellung und nicht mehr als Blaupause für das eigenen Verhalten. Bis vor der Wirtschaftskrise war das überwiegend anders: Ein Vorbild zu haben galt als verstaubt und man selbst als „schlechte Kopie“ und nicht als authentisch. Dass dieser Zusammenhang so nicht besteht, sondern es vielmehr andere wertvolle Perspektiven auf Leitfiguren gibt zeigt der vorliegende Beitrag. 

 

3. Was?, Wie?, Welche Ergebnisse?

Die Psychologie-Professorin Dr. Lioba Werth von der Universität Chemnitz erklärt, dass der Begriff Vorbild durchaus wörtlich genommen werden kann. Damit sind Vorbilder Bilder die wir uns vor unserem geistigen Auge aufrufen und mittels derer z.B. Ziele visualisiert werden können. Damit wird klar, dass es bei Vorbildern nicht um das Plagiieren von außergewöhnlichen Persönlichkeiten geht,  sondern vielmehr darum die Hintergründe des Außergewöhnlichen zu verstehen und daraus zu lernen, so Imke Keicher, Unternehmensberaterin und Trendforscherin. Vorbilder haben also mehr positive Funktionen als nur Orientierung zu liefern. Im Beitrag werden die folgenden besonders hervorgehoben:

Erweiterung des Handlungsspektrums: Vorbilder liefern demnach beispielhafte Verhaltensprogramme, auf die bei Bedarf zurückgegriffen werden kann.

Öffnung des Blicks für alternative Lebenswege: Vorbilder zeigen beispielhafte Lebensverläufe auf und machen damit die Vielzahl unterschiedlicher Möglichkeiten deutlich.

Visualisierung von Zielen: Das Hineindenken in ein Vorbild macht es möglich angestrebte Verhaltensweisen für sich selbst vorstellbar zu machen.

Steigerung der eigenen Fähigkeiten: Studien haben gezeigt, dass sich bestimmte gewünschte Fähigkeiten steigern lassen durch die Beschäftigung mit Vorbildern, die eben diese Fähigkeiten an den Tag legen. 

Besserer Umgang mit Autorität: Wer gelernt hat mit Bewunderung zu einer Leitfigur aufzusehen hat in der Regel ein unverkrampfteres Verhältnis zu Macht und Autorität.

Die genannten positiven Funktionen von Vorbildern werden im Beitrag durch verschiedene Studien und Expertenstimmen untermauert.

 

 4. Für wen?, Unter welchen Bedingungen?

 

Der Beitrag ist für jeden von Interesse, der für Anregungen von außen offen ist und seinen Blickwinkel erweitern möchte.

 

  5. Wie einzuschätzen?

 

Der Artikel zeigt auf, auf welche Art sinnvolle Vorteile aus der Beschäftigung mit Leitfiguren gezogen werden können. Er gibt interessante Hinweise und macht auf verständliche Weise die Zusammenhänge deutlich. Allerdings bleibt er doch etwas oberflächlich. Für Interessierte ist eine weitere Lektüre der Literaturempfehlungen sinnvoll.