Outplacement als betriebliche Make-or-buy-Entscheidung

Globalisierungstendenzen und die Öffnung der Märkte führen zu einer Verschärfung des Wettbewerbs, was Umstrukturierungen in den Unternehmen und damit Personalfreistellungen mit sich bringt. Outplacement als Instrument des Personalmanagements hat daher an Bedeutung gewonnen und bietet eine Möglichkeit, sozial zumutbare Lösungen für die Betroffenen zu finden und die negativen Auswirkungen der Personalfreistellung auf das Unternehmensimage zu mindern. Juliette Gygi diskutiert in ihrer Proseminararbeit die Vor- und Nachteile der externen bzw. internen Outplacement-Beratung und die entsprechenden Auswirkungen auf das Unternehmensimage.

26.09.2005
Gygi Juliette
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Personalfreistellung und Outplacement

1. Wer, Wann, Wo ?

Juliette Gygi, Studentin der Wirtschaftswissenschaften der Universität Bern, hat folgende Proseminararbeit verfasst:

  • Gygi, Juliette (2003): Outplacement als betriebliche Make-or-buy-Entscheidung, Unveröffentlichte Proseminararbeit am Institut für Organisation und Personal der Universität Bern, Bern 2003

2. Woher, Wohin, Warum ?

Aufgrund der Globalisierung und der Öffnung von Märkten verschärft sich der Wettbewerb und die Unternehmen müssen umstrukturieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dies führt vermehrt zu Personalfreistellungen. Outplacement ist ein Instrument, das zu sozial verträglichen Lösungen verhilft und verhindert, dass das Unternehmensimage durch die Personalfreistellungen zu stark negativ belastet wird.

Die Outplacement-Aufgaben können entweder aus dem Unternehmen ausgelagert und von einem externen Berater übernommen werden, oder sie können von einem internen Berater ausgeführt werden. Diese zwei Möglichkeiten stellen Unternehmen vor eine klassische betriebswirtschaftliche Make-or-buy-Entscheidung.

Die Arbeit hat zum Ziel, die unterschiedlichen Gestaltungsalternativen der Outplacement-Beratung aufzuzeigen, sowie die Komplexität der Make-or-buy-Entscheidung im Outplacement anhand des Wahlkriteriums "Unternehmensimage" zu erörtern. Ausserdem soll gezeigt werden, warum die externe Outplacement-Beratung in der wissenschaftlichen Diskussion tendenziell als vorteilhafter beurteilt wird.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Das Outplacement ermöglicht dem Unternehmen die Durchführung einer sozialverantwortlichen, möglichst konfliktfreien und einvernehmlichen Trennung von einem Mitarbeiter und hilft diesem, eine neue, seinen Fähigkeiten entsprechende Aufgabe im Markt zu finden (vgl. S. 4).

Diese Beratung kann von einem externen Berater geleistet werden oder von einem Mitglied des Unternehmens übernommen werden. Als dritte Möglichkeit bietet sich eine kombinierte Outplacement-Beratung an, bei welcher die anfallenden Aufgaben zwischen externen und internen Beratern aufgeteilt werden. Um hierbei Kompetenz- und Verantwortungsprobleme zu verhindern, muss die Aufgabenteilung sorgfältig abgesprochen und koordiniert werden.

Diese verschiedenen Möglichkeiten der Outplacement-Beratung stellen ein Unternehmen vor eine so genannte Make-or-buy-Entscheidung. Es muss versuchen, die Kosten und Nutzen von Eigenberatung (make) und Fremdberatung (buy) gegeneinander abzuwägen und diejenige Alternative wählen, bei der der Nutzen überwiegt. Diese Entscheidung ist sehr schwierig, da sie von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird.

Ein Entscheidungskriterium stellt das Unternehmensimage nach innen (Eigenimage) und aussen (Fremdimage) dar. Sowohl die externe als auch die interne Beratung weisen Vor- und Nachteile bezüglich ihrer Auswirkungen auf das Unternehmensimage auf. Obwohl keine der beiden Grundvarianten eindeutig überlegen ist, überwiegen in der Literatur die Argumente zugunsten externer Outplacement-Lösungen. Diese bieten v.a. für kleine und mittelgrosse Unternehmen Vorteile in der Qualität, den relativ genau kalkulierbaren Kosten und dem Setzen eines Signals, dass versucht wird, dem Problem der Personalfreistellung professionell und mit sozialem Verantwortungsbewusstsein entgegnet wird (vgl. S. 16, 17).

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Die Arbeit befasst sich mit dem sehr aktuellen Thema der Personalfreistellung und stellt ein Instrument zur sozialverträglichen Bewältigung dieses Problems vor. Die Arbeit gibt einen guten Einblick in die Alternativen der Outplacement-Beratung und erläutert die Probleme bei der Entscheidung, eine solche Beratung extern oder intern durchzuführen. Der Text ist demzufolge sowohl für Theoretiker als auch für Praktiker als Einstiegsliteratur in die Thematik geeignet.

5. Wie einzuschätzen ?

Die Arbeit ist klar strukturiert und logisch aufgebaut. Sie bietet dem Leser einen guten Einblick in die Thematik der Outplacement-Beratung und die Auswirkungen einer externen bzw. internen Beratung auf das Unternehmensimage.

Die Langfassung enthält die 22-seitige Proseminararbeit.

Outplacement als betriebliche Make-or-buy-Entscheidung.pdf

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