Buchrezension: Metz, F./Rinck, E.: "Transition Coaching", Hanser 2010

„Transition Coaching“ befasst sich mit dem Funktionieren des „Führungswechsels“. So lässt sich das Konzept von Metz und Rinck in einem Satz zusammenfassen.

10.02.2011
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Change Management, Managementperspektiven, Management- und Führungskompetenzen, Selbstmanagement

1. Wer, Wann, Wo ?

Buchrezension: Metz, F./Rinck, E.: "Transition Coaching", Hanser 2010.

Dipl. Psychologe Michael Berger ist als Berater bei ibo Beratung und Training GmbH, Wettenberg, tätig. Seine Schwerpunkte sind Kommunikation, Konfliktmanagement, Workshopgestaltung, Veränderungsmanagement sowie Coaching von Führungskräften. Kontakt: michael.berger(at)ibo.de

2. Woher, Wohin, Warum ?

Ziel des „Transition Coaching“ ist das Funktionieren des „Führungswechslers“. So lässt sich das Konzept von Metz und Rinck in einem Satz zusammenfassen.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Transition Coaching versucht eine optimale Passung von Funktion und Person herzustellen. Der Unternehmenserfolg steht im Mittelpunkt, nicht die Führungskraft. Diese hat ihre neuen Aufgaben und Ziele zu erfüllen. Transition Coaching konzentriert sich auf die Führungskräfte, welche ein neue Position – genauer: einen neuen „Managementlevel“ – erreicht haben. Hiervon gibt es nach den Autoren „idealtypisch“ 5 an der Zahl. Damit ist Zielrichtung und Zweck dieses Coaching-Ansatzes beschrieben. Dieser erfüllt offenbar die Erwartungen des Großkonzerns, in welchem beide Autoren gearbeitet haben bzw. heute noch tätig sind. Der Effizienzgedanke prägt das gesamte Konzept. 5 dementsprechende „Kerninstrumente“ beschreiben das Vorgehen. Die Inhalte sind quasi Themen aus dem Management-Lehrbuch. Zielgruppe sind Manager und Coaches, welche ihre Rollen als komplementär betrachten: Sie ergänzen sich gegenseitig. Der Coach degeneriert somit zum Erfüllungsgehilfen des Auftraggebers (Vorgesetzten). Dies steht im Gegensatz zum sogenannten „klassischen“ Coaching, bei dem sich Coach und Klient (meist eine Führungskraft) symmetrisch – auf Augenhöhe – begegnen: Ihre wechselseitige Unabhängigkeit definiert ihr Arbeitsverhältnis.

4. Für Wen, unter Welchen Bedingungen ?

Zielgruppe sind Manager und Coaches. Die Informationsdichte ist hoch, für Manager und Coaches allerdings im Rahmen ihres Arbeitsniveaus. Es finden sich insgesamt mehr Management-Inhalte als typische Coaching-Themen. Im letzten Kapitel werden mehr oder wenige klassische und für Fachleute bekannte Standard-Instrumente aufgeführt – da wird das Rad zum Teil neu erfunden.

5. Wie einzuschätzen ?

Die Struktur des Buches ist übersichtlich und nachvollziehbar. Die Gliederung der einzelnen Kapitel ist angemessen. Querlesen ist möglich, einzelne Themen können auch separat gelesen werden. Zwischenüberschriften und Aufzählungen erleichtern den Überblick. Die Zusammenfassungen am Ende der Kapitel sind viel zu lang, durchschnittlich mehr als eine ganze Seite Fließtext.

Für Insider kein Thema – Themenfremde werden sich teilweise mit dem Denglisch bzw. den Management-Schlagworten schwerer tun. Es ist das Sprachniveau des Managements in deutschen Großkonzernen – kein nachahmenswertes Sprach-Beispiel. Andererseits benötigen die handelnden Personen diese sozialen Zugangs-Codes (sic!), um im betreffenden Umfeld akzeptiert zu werden.

Ein Buch für Fachleute und Effizienz-Fanatiker im Management. Die beschriebenen Instrumente sind für Betriebswirte alltäglich. Wer eine Anleitung zur Leistungsforcierung von Führungskräften sucht, ist hiermit gut beraten. „Reflexionsfragen“ dienen lediglich der Optimierung des Ergebnisses. Das Vorgehen an sich wird nicht hinterfragt. Wer Selbstreflexion bzw. Sinnfragen für Manager sucht, ist hier falsch.

Coaching soll angeblich neu definiert worden sein – tatsächlich sind keine neuen Inhalte zu finden. Neu ist noch nicht einmal der hier formulierte Zweck von Coaching: Leistungsoptimierung. Allerdings wird in der Kombination aus Management-Grundbegriffen, einem Leitfaden für die Umsetzung und der Rolle des Coaches als Fit-Macher ein anderes Denken publiziert: Der Coach als Hilfssheriff des Vorgesetzten bzw. als der arbeitsbezogene Fitness-Trainer für „Führungswechsler“.