Das Wirken in teilautonomen Arbeitsgruppen als neue Herausforderung für Mitarbeiter in internen Netzwerken

Die raschen Veränderungen im Wirtschaftsumfeld und Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie führen dazu, dass Unternehmen ihre Organi-sationsstrukturen flexibler gestalten müssen. Diese Umstrukturierung von tief gestaffelten Unternehmenshierarchien zu Netzwerkorganisationen bringt eine Veränderung der Arbeitsgestaltung mit sich. Die teilautonome Arbeitsgruppe ist eine typische Form der Arbeitsorganisation in internen Netzwerken und stellt die Mitarbeiter durch die Übertragung von Autonomie und Verantwortung vor neue Herausforderungen. Julia Kreuzer geht in ihrer Arbeit auf Merkmale der internen Netzwerke und die neuen Anforderungen an die Mitarbeiter ein.

29.03.2005
Kreuzer Julia
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Personalerhaltung und -motivation

1. Wer, Wann, Wo ?

Julia Kreuzer, Studentin der Wirtschaftswissenschaften der Universität Bern, hat folgende Proseminararbeit verfasst:

  • Kreuzer, Julia (2003): Das Wirken in teilautonomen Arbeitsgruppen als neue Herausforderung für Mitarbeiter in internen Netzwerken, Unveröffentlichte Proseminararbeit am Institut für Organisation und Personal der Universität Bern, Bern 2003

2. Woher, Wohin, Warum ?

Die Dynamik des Wirtschaftsumfelds stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen und erfordert neue Organisationskonzepte, welche den Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie besser gerecht werden können. Die Umstrukturierung von hierarchisch aufgebauten und funktional gegliederten Organisationen zu modularen und flexibleren Strukturen führt zur Entstehung von internen Netzwerken. Die Organisation einer Unternehmung in Modulen kann durch die Bildung von teilautonomen Arbeitsgruppen erfolgen, welche die Mitarbeiter vor neue Herausforderungen stellen.

Das Ziel der Arbeit ist die Darstellung der neuen Anforderungen, welchen sich ein Mitarbeiter in internen Netzwerken stellen muss. Ausserdem geht Kreuzer auf die Merkmale intraorganisationaler Netzwerke, die Kommunikation und die Rolle der Menschen in diesen ein.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Interne Netzwerke zeichnen sich durch die vier Grundmerkmale flache Hierarchie, Dezentralisierung der Verantwortung, breit verankerte Beziehungs- und Kommunikationsprozesse und Koordination durch klare Regeln der Zusammenarbeit aus. Intraorganisationale Netzwerke erhöhen die Handlungsspielräume der Mitarbeiter, wodurch herkömmliche Kontrollinstrumente nicht mehr eingesetzt werden können und durch Vertrauen ersetzt werden müssen. Das Mass des Vertrauens beeinflusst auch die Kommunikation, welche eine wesentliche Rolle in internen Netzwerken spielt. Da das Vertrauen offensichtlich die Basis eines internen Netzwerkes darstellt, muss innerhalb des Netzwerkes eine vertrauensvolle Umgebung geschaffen werden, in deren Zentrum der Mensch steht (vgl. S. 12).

Die teilautonome Arbeitsgruppe als Kombination von Gruppenarbeit und Job-Enrichment stellt eine typische Form der Arbeitsorganisation von internen Netzwerken dar. Die Mitarbeiter erhalten grössere Handlungsspielräume und mehr Autonomie, werden aber auch vor neue Anforderungen in den Bereichen der Kommunikation und Kooperation gestellt. Dieser neue Mitarbeitertypus wird zum Teamworker und Beziehungsmanager, zum Unternehmer im Unternehmen, zum Fach- und Methodenspezialist sowie zum Innovator und Selbstentwickler. Diesen veränderten Rollen kann der Mitarbeiter nur gerecht werden, wenn er über Handlungskompetenz verfügt, welche sich aus einer Mischung von Sozial-, Fach- und Methodenkompetenz ergibt. Die neuen Herausforderungen können dem Mitarbeiter die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung in der Arbeit geben und ihn dadurch stärker motivieren. Fühlt sich der Mensch durch die neuen Freiräume und die grössere Verantwortung überfordert, führt dies jedoch zu Demotivation.

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Neue, flexible Organisationsformen wie das interne Netzwerk sind aufgrund des dynamischen Wirtschaftsumfelds von grosser Aktualität. Dies führt dazu, dass auch die teilautonome Arbeitsgruppe als Modell der Arbeitsgestaltung in intraorganisationalen Netzwerken an Bedeutung gewinnt. Kreuzer erörtert die Grundmerkmale des internen Netzwerks und zeigt die Anforderungen auf, welche durch die teilautonomen Arbeitsgruppen an die Mitarbeiter gestellt werden. Die Arbeit ist dadurch für Theoretiker wie Praktiker als Einstiegsliteratur in die Thematik geeignet.

5. Wie einzuschätzen ?

Die klar aufgebaute und gut formulierte Arbeit führt den Leser in das Thema interne Netzwerke und teilautonome Arbeitsgruppen ein. Die Rolle und die Bedürfnisse des Menschen stehen dabei im Zentrum der Betrachtung.

Die Langfassung enthält die 24-seitige Proseminararbeit.

Das Wirken in teilautonomen Arbeitsgruppen als neue Herausforderung für Mitarbeiter in internen Netzwerken.pdf