Leistungsbeurteilung und Mitarbeitergespräch für den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Bern

Im Kanton Bern ist das Mitarbeitendengespräch (MAG) gesetzlich verankert. Da sich die Arbeit an der Universität erheblich von den Tätigkeiten in kantonalen Ämtern un-terscheidet, erweist sich die Anwendung des Standardformulars des Kantons als schwierig. Dies führt neben einigen anderen Gründen dazu, dass das Instrument des MAG an der Universität Bern nicht oder nicht voll befriedigend durchgeführt wird. Me-lanie Oppliger eruiert in ihrer Lizentiatsarbeit (Diplomarbeit) mittels einer Personalbe-fragung die Mängel des Beurteilungsformulars und macht konkrete Vorschläge für dessen Überarbeitung. Vorab klärt sie in einem Theorieteil die begrifflichen Grundla-gen der Thematik.

17.12.2004
Melanie Oppliger
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Personalerhaltung und -motivation

1. Wer, Wann, Wo ?

Melanie Oppliger, Absolventin der Wirtschaftswissenschaften der Universität Bern, hat folgende Lizentiatsarbeit verfasst:

  • Oppliger, Melanie (2002): Leistungsbeurteilung und Mitarbeitergespräch für den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Bern. Konzeptionelle Grundlagen – Empirische Ergebnisse – Gestaltungsempfehlungen, Unveröffentlichte Lizentiatsarbeit am Institut für Organisation und Personal der Universität Bern, Bern 2002

2. Woher, Wohin, Warum ?

"Im Personalgesetz (Artikel 44, Abs. 3) des Kantons Bern ist vorgesehen, dass der Vorgesetzte mit seinen Mitarbeitern periodisch ein Gespräch über die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung, die persönliche Eignung und über Leistung und Verhalten führen soll. […] 1998 erfolgte schliesslich die Einführung des MAG (Instrument zur Leistungsbeurteilung und Zielvereinbarung an der Universität Bern) auch für den wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität Bern." (S. 1). Seit dieser Einführung wurden die Beurteilungsunterlagen häufig kritisiert. Zu umfangreich, nicht benutzerfreundlich und nicht fakultätsübergreifend anwendbar sind die Hauptkritikpunkte (vgl. S. 1).

In ihrer Arbeit verfolgt die Autorin das Ziel, mittels einer Personalbefragung die Gründe für die Nichtnutzung des Instrumentes MAG an der Universität Bern zu eruieren. Daraus leitet sie Vorschläge für die Überarbeitung des bestehenden Beurteilungsformulars ab (vgl. S. 2).

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

In einem ersten Teil erarbeitet die Autorin die theoretischen Grundlagen der Leistungsbeurteilung und des Mitarbeitergesprächs. Anschliessend beschreibt sie die Ergebnisse der durchgeführten Personalbefragung. Demnach sind die Skala für die Benotung, die Einstellung der Vorgesetzten und der Mitarbeitenden dem MAG gegenüber, das Feedback an den Vorgesetzten und die mangelnde Information über das MAG die derzeit feststellbaren Hauptprobleme bei der Durchführung des MAG.

Aufgrund dieser Ergebnisse hat die Autorin das Beurteilungsformular überarbeitet. Die wichtigsten Veränderungsvorschläge sind die Kürzung der allgemeinen Erläuterungen, die Möglichkeit, institutsspezifische Kriterien für die Bewertung zu verwenden und das schriftliche Feedback anstelle eines mündlichen. Anschliessend folgen einige Gestaltungsempfehlungen zu organisatorischen Aspekten des MAG.

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Der theoretische Teil befasst sich mit allgemeingültigen Aussagen zur Leistungsbeurteilung und zum Mitarbeitendengespräch. Der empirische Teil sowie die Gestaltungsempfehlungen beziehen sich aber konkret auf die Situation an der Universität Bern. Für die einzelnen Institute liefert die Arbeit damit wertvolle Dienste. Darüber hinaus können andere Universitäten des deutschsprachigen Raumes aus den Erfahrungen der Universität Bern lernen.

5. Wie einzuschätzen ?

Die Autorin hat mit ihrer Arbeit alle gesetzten Ziele erreicht. Das überarbeitete Formular vermag viele der an der Universität Bern bestehenden Probleme mit dem MAG zu beheben. Weiterhin zeigt die Autorin auch Probleme auf, welche kurzfristig nicht gelöst werden können.

Die Langfassung enthält die 10-seitige Zusammenfassung der Lizentiatsarbeit.

Leistungsbeurteilung und Mitarbeitergespräch für den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Bern.pdf