"Interpreneuring" – Unternehmertum in Netzwerken

Die Initiativen für mehr Unternehmertum in unserer Wirtschaft zeigen ihre Wirkung. Dadurch erhöht sich die "Artenvielfalt" von Unternehmern. Zu den klassischen Unternehmer-Typen gesellen sich moderne Varianten und die traditionellen Verständnisse sind nicht mehr Inbegriff für Unternehmertum schlechthin. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Palette wichtiger Varianten von Unternehmer-Typen, bewertet sie hinsichtlich ihres unternehmerischen Gehalts und legt einen Schwerpunkt auf den "Interpreneure", dessen unternehmerische Betätigung in Netzwerke eingebettet ist.

19.08.2004
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Netzwerkorganisation

1. Wer, Wann, Wo ?

Autor: Prof. Dr. Michael Reiß

  • Inhaber des Lehrstuhls für Organisation an der Universität Stuttgart
  • Forschungsschwerpunkte: Strategiegerechte Organisation, Change Management, Netzwerkorganisation, Projektorganisation, Führung

2. Woher, Wohin, Warum ?

Zu den klassischen Unternehmer-Typen – sprich dem Schumpeter-Unternehmer und dem Eigentümer-Unternehmer - gesellen sich zunehmend neue Varianten. Hier reicht das Spektrum vom Intrapreneur über die Multi-, Exo- und Extrapreneure, Teilzeit-Unternehmer und Auftragnehmer-Unternehmer bis hin zu den Interpreneuren. Hierbei handelt es sich um eine unternehmerische Betätigung, die in Netzwerke eingebettet ist.

Interpreneure im Sinne von "Unternehmern in Netzwerken" repräsentieren ein Unternehmertum, das im Gegensatz zu klassischen Konzepten weder primär durch die individuelle unternehmerische Entfaltung einer Einzelperson noch durch die kollektive unternehmerische Betätigung eines eng kooperierenden Teams geprägt ist. Vielmehr werden wesentliche Aspekte des Geschäfts durch eine Gruppe von selbständigen Firmen getragen, die nach dem Prinzip der losen Kopplung etwa im Rahmen von virtuellen Unternehmen, Franchise-Systemen oder Spin-off-Netzwerken zusammenarbeiten.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Die Interpreneure folgen der Sogwirkung eines Unternehmertums in Netzwerken. Sie resultiert aus der Netzwerk-Erfolgsformel "Small within big is beautiful!". Außerdem reagieren Interpreneure auf den Vernetzungsdruck. Sie wissen, daß es oft keine wirklich attraktiven Alternativen zum Netzwerkgeschäft gibt. Nicht selten lautet die Alternative für die Unternehmer sogar schlicht "Net-Work oder "Not-Work". Dennoch stellt das Interpreneuring eher eine Herausforderung als ein Patentrezept dar. Zwischen dem Freiheitsdrang des Unternehmers einerseits und dem Anpassungszwang im Netzwerk andererseits existiert ein Spannungsfeld.

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Der Beitrag wendet sich an Wissenschaftler, Dienstleister und Politiker auf den Gebieten KMU, Unternehmertum, Innovationsförderung und Existenzgründung.

5. Wie einzuschätzen ?

Werkstattbericht zur Weiterentwicklung des Spektrums von Konzepten des Unternehmertums.

Das Langformat des Beitrages können sie unter nachfolgendem Link einsehen.

Dateien:
 interpreneur ger (75 kB)